Die Berufung Gottes

 

(1.Sonntag nach Pfingsten)

                                                                                                

Jesaja 6,1-13                                                                                                     

 

„In dem Jahr, als der König Usija starb ... “. Das war im achten Jahrhundert vor Christus. Zu diesem Zeitpunkt war das Land Israel schwach und in zwei Reiche geteilt: Das Nordreich Israel und das Südreich Juda. Das Nordreich Israel hatte damals den Angriff der Assyrer  zu befürchten und wollte mit dem Südreich Juda und die Aramäer einen Bund gegen die Assyrer gründen. Juda hat aber die Vereinigung mit Israel abgelehnt und später wurde Juda von Israel und die Aramäer angegriffen. Statt mit Israel sich zu vereinigen, hat Juda die Unterstützung von den Assyrern verlangt. Jesaja, der Prophet, Berater des Königs, hat dem König empfohlen nur Gott zu vertrauen. Der König Ahaz hat aber Jesajas Empfehlung abgelehnt und die Assyrer gebeten ins Land zu kommen um Juda zu helfen. Die Assyrer sind gekommen. Das Nordreich Israel wurde dann von ihnen erobert, und die Einwohner wurden nach Assyrien zwangsumgesiedelt. Bald wird auch das Südreich Juda untergehen und Jerusalem wird völlig, durch die Babylonier, zerstört. Es erfolgt die Verschleppung des jüdischen Volkes in das babylonische Exil.    

Der Prophet Jesaja hat in Jerusalem ca. 50 Jahre gepredigt. Wie andere Propheten, hat er das bevorstehende Elend vorhergesehen und hat die Könige aber auch das Volk von Juda gewarnt und beraten nur Gott zu vertrauen. Das Volk hat aber gehört und nicht verstanden, gesehen und nicht gemerkt.

Im heutigen Predigttext ist Jesaja hilflos. Der König ist tot. Und es gibt die Gefahr, den Tempel zu verlieren und dass das Volk in ein fremdes Land deportiert wird. Jesaja fühlt sich zuständig für die Situation. Was konnte er aber tun? Er geht in den Tempel hinein und betet.

Der Text stellt aber eine dramatische Begegnung Jesajas mit Gott dar. Diese Begegnung hat wahrscheinlich im Tempel stattgefunden. Jesaja schrieb: „sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel.“ Der Text impliziert sogar, dass die Begegnung im innersten Teil des Tempels, nämlich dem Teil, welcher am Allerheiligsten bekannt war stattgefunden hat. Dort war der Gnadenthron, welcher als irdischer Thron Gottes angesehen wurde. Von der Zeit Aarons war dieser Ort wo der Gnadenthron liegt, der Ort der Entsühnung. Daher der Name „jom Kippur“—auf Hibraeisch—(Versöhnungstag), auch heute ein hohes Fest in Israel. Im Laufe der Jahre wurde jedoch die Anwesenheit Gottes und die Verheißung um Versöhnung durch starre Gesetze und Rituale dargestellt. Als Jesaja dem Herrn begegnete war aber alles auf einmal anderes. Die Gesetze und die Rituale wurden plötzlich lebendig und die Bedeutung, die sie für so viele Jahre verkörperten, ist auf einmal ins Licht gekommen.

In visionärer Erfahrung Jesajas wurden die geschnitzten Geschöpfe, die den Gnadenthron schmückten, lebendig, und allmählich wird der Unterschid zwischen dem irdischen und Gottes himmlischen Tempel ausgeglichen. So, wir lesen, dass einer von den Serafim den anderen angerufen und gesprochen hat: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“

Dem Propheten Jesaja ist es völlig bewußt, dass er unter der Anwesenheit Gottes steht. Und er sagte sich: „Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen“. Jedoch fürchtet er Gott nicht, denn ihm wird vergeben. So, lesen wir, dass der Serafim mit einer glühenden Kohle, die er mit der Zange vom Altar nahm, den Mund des Propheten rührte, sodass seine Schuld von ihm genommen wurde und er die Stimme und die Worte des Herrn hören konnte. Auf diese Weise öffnen sich für Jesaja die Rituale des Tempels in Jerusalem in die himmlische Welt.  !!!

Liebe Gemeinde, im Laufe der Jahre wurden nicht nur die Anwesenheit und die Verheißungen Gottes verborgen, sondern auch Gott selbst in seiner dreifaltigen Wesensart. Durch viele Ansätze und Lehren ist die Bedeutung des Wortes „Trinität“ abstrakt geworden. Jesajas Berufung und Begegnung mit Gott haben aber die Wesensart Gottes offenbart und aufgedeckt. Gott, der Vater, spricht zum Menschen und vermittelt ihm eine Botschaft. Die Botschaft, liebe Gemeidne, ist das Wort Gottes. Und dises Wort, in seinem absoluten Sinn, ist Jesus Christus. Hier kommt die Aufgabe des heiligen Geistes. Es ist dieses Zeugnis des Geistes, dass der Mensch in seinem Geist, oder in seinem Herzen, fühlt, das uns unsere Schuld erkennbar macht und uns befähigt, die Botschaft Gottes, nämlich Jesus Christus, zu empfangen. Jedoch sollen wir sagen, dass Gott in seiner Dreifaltigkeit immer ein Geheimnis für uns bleibt. Gott ist nicht drei, wie drei Bücher, oder drei Stühle!! Wir können Gott durch eine Begegnung, wie Jesajas Begegnung, kennen lernen. In der heutige Schriftlesung steht, dass Gottes Weisheit und Erkenntnis tief und seine Wege unerforschlich sind. Gott offenbart sich uns, nur wenn wir unsere Herzen für ihn öffenen.  

In diesem Sinne sind die Rituale, die heilige Schrift und alles was der Mench für Gott und durch Gott macht nicht statisch oder bewegungslos. Die Rituale und die religiösen Tradititionen bewegen sich wie die Seraphim oder die Engel in unserem Text. Auch im dreifaltigen Gott gibt es Bewegung. Gott ist nicht ein starrer Gott, sondern ein bewegender Gott, der zu uns kommt und sogar in uns wohnt.    

Und der Herr sprach: „Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?“ Und Jesaja antwortete:  „Hier bin ich, sende mich!“ Jesaja hat die Berufung angenommen.

Die Berufung ist aber nicht einfach. Und der Leser der Verse 9 bis 13 wird merken, dass dieser Teil später, mit einer Rückschau zur Zerstörung Jerusalems im sechsten Jahrhundert, geschrieben ist. So lang wird die Verstockung des Herzens Israel dauern. So lang wird das Volk Israel nicht mit seinen Augen sehen, nicht mit seinen Öhren hören.

Und Jesaja sprach: „Herr, wie lange?“ Und der Herr antwortete: „Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt.“ 

Sollen wir dann die Hoffnung aufgeben? Sollen wir auch die Berufung Gottes ignorieren? Sollen wir auch die Worte Gottes nicht aufnehem und sie nicht verstehen? 

Das sechste Kapitel Jesajas endet mit einem Lichtstrahl der Hoffnung. Und die folgenden Kapitel des Buches (40-66) erwarten einen guten und treuen König, einen König der Gerechtigkeit und Frieden verspricht. Im siebten Kapitel lesen wir schon über das Zeichen des Immanuel und dass eine Jungfrau einen Sohn gebären wird, den wird sie Immanuel nennen. Im letzten Vers unseres heutigen Textes steht ein neuer Anfang. Jesaja sagt: „doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.“ Wir haben das auch in unserem Leben erfahren. Durch schwierege Zeiten und Katastrophen wächst neues Leben.  

Liebe Gemeinde, wir merken hier, dass jede Berufung von Gott eine Offenbarung der Dreifaltigkeit Gottes ist. Gott, der Vater, ruft den Menschen und vermittelt ihm eine Botschaft. Wie früher gesagt, die Botschaft ist das Evangelium, die Gute Nachricht, dass Gott mit uns ist, und in einer besonderen Art ist er mit uns durch Jesus Christus, seinen Sohn. Es ist aber auch das Zeugnis des Geistes welches uns befähigt die Botschaft Gottes zu hören und anzunehmen. Die Berufung beinhaltet noch viel mehr. Dem Menschen soll bewusst werden dass die Berufung vor allem eine Tochter, ein Sohn, Gottes zu werden ist. Die Berufung Gottes macht uns selbst zu seinen Töchtern und Söhnen. Das ist die Verantwortung dazu uns der heutige Predigttext auffordert. Er ladet uns ein, wie Jesaja, Gott zu begegnen, und unsere Herzen Gott zu öffnen, sodass wir mit unseren Ohren das Wort hören und mit unseren Augen den Herrn sehen können. Die Verantwortung ist dann, dass wir für Gott den Vater, den Sohn und den heiligen Geist in unserm Herzen Raum schaffen, sodass alles was im Laufe der Zeit verborgen ist ans Licht kommen darf.   

Der Apostel Paulus hat in seinem Brief an die Römer geschrieben:  „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. ... Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ (8,16).  

Wir beten, dass der heilige Geist, wie der Serafim der mit einer glühende Kohle den Mund des Propheten rührte, auch unsere Lippen und Herzen rührt, sodass auch unsere Schuld von uns genommen wird und wir die Stimme des Herrn hören können. Amen.

 

Sylvie Avakian

Klingenberg, 11.06.2017

 

 

 

(1.Sonntag nach Pfingsten)

                                                                                               

                                                   Jesaja 6,1-13                                                    

 

„In dem Jahr, als der König Usija starb ... “. Das war im achten Jahrhundert vor Christus. Zu diesem Zeitpunkt war das Land Israel schwach und in zwei Reiche geteilt: Das Nordreich Israel und das Südreich Juda. Das Nordreich Israel hatte damals den Angriff der Assyrer  zu befürchten und wollte mit dem Südreich Juda und die Aramäer einen Bund gegen die Assyrer gründen. Juda hat aber die Vereinigung mit Israel abgelehnt und später wurde Juda von Israel und die Aramäer angegriffen. Statt mit Israel sich zu vereinigen, hat Juda die Unterstützung von den Assyrern verlangt. Jesaja, der Prophet, Berater des Königs, hat dem König empfohlen nur Gott zu vertrauen. Der König Ahaz hat aber Jesajas Empfehlung abgelehnt und die Assyrer gebeten ins Land zu kommen um Juda zu helfen. Die Assyrer sind gekommen. Das Nordreich Israel wurde dann von ihnen erobert, und die Einwohner wurden nach Assyrien zwangsumgesiedelt. Bald wird auch das Südreich Juda untergehen und Jerusalem wird völlig, durch die Babylonier, zerstört. Es erfolgt die Verschleppung des jüdischen Volkes in das babylonische Exil.    

Der Prophet Jesaja hat in Jerusalem ca. 50 Jahre gepredigt. Wie andere Propheten, hat er das bevorstehende Elend vorhergesehen und hat die Könige aber auch das Volk von Juda gewarnt und beraten nur Gott zu vertrauen. Das Volk hat aber gehört und nicht verstanden, gesehen und nicht gemerkt.

Im heutigen Predigttext ist Jesaja hilflos. Der König ist tot. Und es gibt die Gefahr, den Tempel zu verlieren und dass das Volk in ein fremdes Land deportiert wird. Jesaja fühlt sich zuständig für die Situation. Was konnte er aber tun? Er geht in den Tempel hinein und betet.

Der Text stellt aber eine dramatische Begegnung Jesajas mit Gott dar. Diese Begegnung hat wahrscheinlich im Tempel stattgefunden. Jesaja schrieb: „sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel.“ Der Text impliziert sogar, dass die Begegnung im innersten Teil des Tempels, nämlich dem Teil, welcher am Allerheiligsten bekannt war stattgefunden hat. Dort war der Gnadenthron, welcher als irdischer Thron Gottes angesehen wurde. Von der Zeit Aarons war dieser Ort wo der Gnadenthron liegt, der Ort der Entsühnung. Daher der Name „jom Kippur“—auf Hibraeisch—(Versöhnungstag), auch heute ein hohes Fest in Israel. Im Laufe der Jahre wurde jedoch die Anwesenheit Gottes und die Verheißung um Versöhnung durch starre Gesetze und Rituale dargestellt. Als Jesaja dem Herrn begegnete war aber alles auf einmal anderes. Die Gesetze und die Rituale wurden plötzlich lebendig und die Bedeutung, die sie für so viele Jahre verkörperten, ist auf einmal ins Licht gekommen.

In visionärer Erfahrung Jesajas wurden die geschnitzten Geschöpfe, die den Gnadenthron schmückten, lebendig, und allmählich wird der Unterschid zwischen dem irdischen und Gottes himmlischen Tempel ausgeglichen. So, wir lesen, dass einer von den Serafim den anderen angerufen und gesprochen hat: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“

Dem Propheten Jesaja ist es völlig bewußt, dass er unter der Anwesenheit Gottes steht. Und er sagte sich: „Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen“. Jedoch fürchtet er Gott nicht, denn ihm wird vergeben. So, lesen wir, dass der Serafim mit einer glühenden Kohle, die er mit der Zange vom Altar nahm, den Mund des Propheten rührte, sodass seine Schuld von ihm genommen wurde und er die Stimme und die Worte des Herrn hören konnte. Auf diese Weise öffnen sich für Jesaja die Rituale des Tempels in Jerusalem in die himmlische Welt.  !!!

Liebe Gemeinde, im Laufe der Jahre wurden nicht nur die Anwesenheit und die Verheißungen Gottes verborgen, sondern auch Gott selbst in seiner dreifaltigen Wesensart. Durch viele Ansätze und Lehren ist die Bedeutung des Wortes „Trinität“ abstrakt geworden. Jesajas Berufung und Begegnung mit Gott haben aber die Wesensart Gottes offenbart und aufgedeckt. Gott, der Vater, spricht zum Menschen und vermittelt ihm eine Botschaft. Die Botschaft, liebe Gemeidne, ist das Wort Gottes. Und dises Wort, in seinem absoluten Sinn, ist Jesus Christus. Hier kommt die Aufgabe des heiligen Geistes. Es ist dieses Zeugnis des Geistes, dass der Mensch in seinem Geist, oder in seinem Herzen, fühlt, das uns unsere Schuld erkennbar macht und uns befähigt, die Botschaft Gottes, nämlich Jesus Christus, zu empfangen. Jedoch sollen wir sagen, dass Gott in seiner Dreifaltigkeit immer ein Geheimnis für uns bleibt. Gott ist nicht drei, wie drei Bücher, oder drei Stühle!! Wir können Gott durch eine Begegnung, wie Jesajas Begegnung, kennen lernen. In der heutige Schriftlesung steht, dass Gottes Weisheit und Erkenntnis tief und seine Wege unerforschlich sind. Gott offenbart sich uns, nur wenn wir unsere Herzen für ihn öffenen.  

In diesem Sinne sind die Rituale, die heilige Schrift und alles was der Mench für Gott und durch Gott macht nicht statisch oder bewegungslos. Die Rituale und die religiösen Tradititionen bewegen sich wie die Seraphim oder die Engel in unserem Text. Auch im dreifaltigen Gott gibt es Bewegung. Gott ist nicht ein starrer Gott, sondern ein bewegender Gott, der zu uns kommt und sogar in uns wohnt.    

Und der Herr sprach: „Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?“ Und Jesaja antwortete:  „Hier bin ich, sende mich!“ Jesaja hat die Berufung angenommen.

Die Berufung ist aber nicht einfach. Und der Leser der Verse 9 bis 13 wird merken, dass dieser Teil später, mit einer Rückschau zur Zerstörung Jerusalems im sechsten Jahrhundert, geschrieben ist. So lang wird die Verstockung des Herzens Israel dauern. So lang wird das Volk Israel nicht mit seinen Augen sehen, nicht mit seinen Öhren hören.

Und Jesaja sprach: „Herr, wie lange?“ Und der Herr antwortete: „Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt.“ 

Sollen wir dann die Hoffnung aufgeben? Sollen wir auch die Berufung Gottes ignorieren? Sollen wir auch die Worte Gottes nicht aufnehem und sie nicht verstehen? 

Das sechste Kapitel Jesajas endet mit einem Lichtstrahl der Hoffnung. Und die folgenden Kapitel des Buches (40-66) erwarten einen guten und treuen König, einen König der Gerechtigkeit und Frieden verspricht. Im siebten Kapitel lesen wir schon über das Zeichen des Immanuel und dass eine Jungfrau einen Sohn gebären wird, den wird sie Immanuel nennen. Im letzten Vers unseres heutigen Textes steht ein neuer Anfang. Jesaja sagt: „doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.“ Wir haben das auch in unserem Leben erfahren. Durch schwierege Zeiten und Katastrophen wächst neues Leben.  

Liebe Gemeinde, wir merken hier, dass jede Berufung von Gott eine Offenbarung der Dreifaltigkeit Gottes ist. Gott, der Vater, ruft den Menschen und vermittelt ihm eine Botschaft. Wie früher gesagt, die Botschaft ist das Evangelium, die Gute Nachricht, dass Gott mit uns ist, und in einer besonderen Art ist er mit uns durch Jesus Christus, seinen Sohn. Es ist aber auch das Zeugnis des Geistes welches uns befähigt die Botschaft Gottes zu hören und anzunehmen. Die Berufung beinhaltet noch viel mehr. Dem Menschen soll bewusst werden dass die Berufung vor allem eine Tochter, ein Sohn, Gottes zu werden ist. Die Berufung Gottes macht uns selbst zu seinen Töchtern und Söhnen. Das ist die Verantwortung dazu uns der heutige Predigttext auffordert. Er ladet uns ein, wie Jesaja, Gott zu begegnen, und unsere Herzen Gott zu öffnen, sodass wir mit unseren Ohren das Wort hören und mit unseren Augen den Herrn sehen können. Die Verantwortung ist dann, dass wir für Gott den Vater, den Sohn und den heiligen Geist in unserm Herzen Raum schaffen, sodass alles was im Laufe der Zeit verborgen ist ans Licht kommen darf.   

Der Apostel Paulus hat in seinem Brief an die Römer geschrieben:  „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. ... Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ (8,16).  

Wir beten, dass der heilige Geist, wie der Serafim der mit einer glühende Kohle den Mund des Propheten rührte, auch unsere Lippen und Herzen rührt, sodass auch unsere Schuld von uns genommen wird und wir die Stimme des Herrn hören können. Amen.

 

Sylvie Avakian

Klingenberg, 11.06.2017